Fliegen mit Kindern

Fliegen mit Kindern

Der Gedanke, mit Kindern zu fliegen, löst bei vielen Eltern gemischte Gefühle aus. Einerseits die Vorfreude auf einen unvergesslichen Familienurlaub, andererseits die Sorge vor dem „Was wäre wenn?“ auf 10.000 Metern Höhe. Die engen Sitze, die lange Dauer, die Blicke der Mitreisenden – die Herausforderungen scheinen endlos. Aber keine Sorge, du bist mit diesen Gedanken nicht allein!

Ein Flug mit der Familie muss kein Stresstest sein. Mit der richtigen Vorbereitung, einer Prise Gelassenheit und ein paar cleveren Tricks im Handgepäck wird die Reise über den Wolken zum entspannten Auftakt eures gemeinsamen Abenteuers. Stell dir den Flug nicht als Hürde vor, sondern als den ersten aufregenden Teil eurer Reise. Es ist die perfekte Gelegenheit, die Vorfreude zu zelebrieren und wertvolle Zeit miteinander zu verbringen.

In diesem umfassenden Ratgeber begleiten wir dich Schritt für Schritt – von der Buchung bis zur Ankunft am Zielort. Wir zeigen dir, wie du die häufigsten Stressfaktoren vermeidest und dafür sorgst, dass der Urlaub mit Kindern bereits über den Wolken beginnt.

Gute Vorbereitung: Der Schlüssel zum entspannten Flug

Eine gute Organisation ist die halbe Miete. Je besser du den Flug vorbereitest, desto entspannter wirst du am Reisetag sein – und diese Ruhe überträgt sich auch auf deine Kinder. Die Vorbereitung beginnt schon lange vor dem Packen der Koffer.

Die Wahl des richtigen Fluges

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Die Flugauswahl hat einen enormen Einfluss auf das Reiseerlebnis. Überlege dir genau, was für deine Familie am besten passt:

  • Nachtflüge vs. Tagflüge: Nachtflüge klingen verlockend, da die Kinder idealerweise schlafen. Das funktioniert oft gut, aber nur, wenn deine Kinder auch in einer ungewohnten Umgebung zur Ruhe kommen. Tagflüge sind oft unruhiger, passen aber besser in den gewohnten Tagesrhythmus und die Kinder können die Aussicht genießen.
  • Direktflüge bevorzugen: Jeder Umstieg bedeutet zusätzlichen Stress – aussteigen, auf den nächsten Flug warten, wieder einsteigen. Wenn es das Budget und die Route zulassen, ist ein Direktflug mit Kindern immer die bessere Wahl.
  • Familienfreundliche Airlines: Einige Fluggesellschaften bieten besondere Services für Familien an, wie spezielle Kindermenüs, kleine Spielzeuge oder bevorzugtes Boarding. Eine kurze Recherche kann sich hier lohnen.

Sitzplatzreservierung: Lohnt sich das?

Auch wenn es oft eine Zusatzgebühr kostet: Ja, eine Sitzplatzreservierung ist für Familien fast immer eine sinnvolle Investition. Sie garantiert, dass ihr zusammensitzen könnt. Fensterplätze sind ideal, da sie eine tolle Ablenkung bieten. Plätze am Gang ermöglichen es dir, schnell aufzustehen, wenn dein Kind zur Toilette muss oder sich die Beine vertreten will. Viele Eltern schwören auf die Plätze direkt hinter den Trennwänden (Bulkhead), da hier mehr Beinfreiheit herrscht und niemand vor einem seinen Sitz zurücklehnen kann. Beachte aber, dass das Handgepäck hier während Start und Landung im Gepäckfach verstaut werden muss.

Wichtige Dokumente und Gepäck

Stelle sicher, dass alle Reisedokumente griffbereit und gültig sind. Dazu gehören Kinderreisepässe, Visa oder ESTA-Genehmigungen, wie sie zum Beispiel für einen USA-Urlaub mit Kindern benötigt werden. Es ist immer ratsam, Kopien der Dokumente digital (z. B. in einer Cloud) zu speichern. Eine umfassende Checkliste zu diesem Thema findest du auch in unserem Ratgeber zur Reiseplanung mit Kindern.

Packliste fürs Handgepäck: Was nicht fehlen darf

Das Handgepäck ist deine Wundertüte für den Flug. Gut gepackt, kann es Langeweile, Hunger und kleine Krisen im Keim ersticken. Denke daran, für jedes Kind einen eigenen kleinen Rucksack zu packen, den es stolz selbst tragen kann.

Beschäftigung ist alles

Langeweile ist der größte Feind entspannter Familienflüge. Packe eine Mischung aus Altbewährtem und Neuem ein:

  • Reise- und Malbücher: Ein Buch, das auf das Reiseziel einstimmt, ist Gold wert. Es weckt die Neugier und verbindet die Reise mit einer spannenden Geschichte. Unsere Penny & Paul Reisebücher sind genau für diesen Zweck konzipiert. Auch ein schönes Malbuch und bunte Stifte sind Klassiker, die immer funktionieren.
  • Rätsel und Spiele: Magnetische Reisespiele, Stickerhefte oder kleine Rätselblöcke sind ideal, da nichts herunterfallen und verloren gehen kann.
  • Hörspiele und digitale Medien: Lade vorab die Lieblingshörspiele oder ein paar kinderfreundliche Filme auf ein Tablet oder Smartphone. Kopfhörer sind dabei ein Muss!
  • Die Überraschungstüte: Packe ein paar kleine, neue Spielzeuge oder Bücher ein, die du nach und nach hervorzauberst. So bleibt die Spannung über den gesamten Flug erhalten.
  • Ein Reisetagebuch beginnen: Der Flug ist der perfekte Moment, um mit einem Reisetagebuch für Kinder zu starten. Das erste Flugticket kann eingeklebt und die ersten Eindrücke gemalt oder geschrieben werden.

Snacks und Getränke

Flugzeugessen ist nicht jedermanns Sache, besonders nicht für wählerische Kinder. Packe daher ausreichend Lieblingssnacks ein. Gut geeignet sind Dinge, die nicht stark krümeln oder kleben: Obst- und Gemüsesticks, Cracker, Müsliriegel oder kleine Brezeln. Eine leere, wiederauffüllbare Trinkflasche kann nach der Sicherheitskontrolle mit Wasser gefüllt werden und sorgt dafür, in der trockenen Kabinenluft genug zu trinken.

Komfort und Notfälle

Ein gemütliches Kind ist ein glückliches Kind. Ein Nackenkissen und eine Kuscheldecke können Wunder wirken. Packe außerdem für jedes Familienmitglied ein komplettes Wechsel-Outfit ins Handgepäck – für den Fall, dass ein Getränk umkippt oder das Baby spuckt. Eine kleine Reiseapotheke mit Pflastern, Desinfektionsmittel, Nasenspray und altersgerechten Schmerzmitteln sollte ebenfalls nicht fehlen. Eltern, die mit besonderen gesundheitlichen Anforderungen reisen, finden nützliche Hinweise in unserem Artikel über das Reisen mit chronisch kranken Kindern.

Am Flughafen: Stressfrei durch Check-in & Kontrolle

Plane ausreichend Zeit für den Weg zum Flughafen und die Prozesse vor Ort ein. Hektik ist ansteckend und überträgt sich schnell auf die Kinder. Erkläre deinen Kindern, was passieren wird: Koffer abgeben, durch die Kontrolle gehen, zum Gate finden. Wenn Kinder den Ablauf verstehen, machen sie oft kooperativer mit.

Viele Flughäfen bieten mittlerweile separate „Family Lanes“ an der Sicherheitskontrolle. Halte danach Ausschau, denn hier geht es oft ruhiger zu. Beim Boarding scheiden sich die Geister: Das Pre-Boarding für Familien ist praktisch, um in Ruhe das Handgepäck zu verstauen. Allerdings sitzt man dann auch länger im bereits vollen Flugzeug. Manchmal ist es entspannter, bis zum Schluss am Gate zu warten und als Letzte einzusteigen. So können sich die Kinder noch etwas bewegen.

Während des Fluges: Tipps gegen Langeweile und Ohrenweh

Die Kabinentür ist geschlossen, die Reise beginnt. Jetzt gilt es, die Zeit bis zur Landung so angenehm wie möglich zu gestalten.

Start und Landung: Druckausgleich leicht gemacht

Der häufigste Grund für weinende Kinder beim Fliegen sind Ohrenschmerzen durch den Druckwechsel. Du kannst ihnen helfen, indem du sie zum Schlucken animierst:

  • Babys und Kleinkinder: Stillen, die Flasche oder ein Schnuller helfen beim Druckausgleich. Ausführlichere Informationen hierzu findest du auch in unserem Ratgeber zum Reisen mit Baby.
  • Größere Kinder: Gib ihnen etwas zu trinken, einen Lolli zum Lutschen oder ein Kaugummi zum Kauen. Auch Gähnen oder die bewährte Methode, sich die Nase zuzuhalten und sanft auszuatmen, können helfen.

Die Kunst der Beschäftigung in 10.000 Metern Höhe

Strukturiere die Flugzeit in kleine Etappen: Essenszeit, Spielzeit, Lesezeit, Bildschirmzeit, Ruhezeit. Das gibt dem Tag eine Struktur und macht die lange Dauer für Kinder greifbarer. Hole die vorbereiteten Überraschungen nach und nach aus dem Handgepäck. Widme dich bewusst deinem Kind, spiele ein Spiel oder lies aus dem mitgebrachten Reisebuch vor, um über das spannende Ziel zu sprechen.

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Schlafenszeit über den Wolken

Damit dein Kind im Flugzeug schlafen kann, versuche, die gewohnte Abendroutine so gut wie möglich nachzuahmen. Ziehe einen bequemen Schlafanzug an, putze die Zähne und lies eine Gute-Nacht-Geschichte. Mithilfe von Kissen und Decken kannst du eine kleine, gemütliche Höhle bauen, die etwas abschirmt und Geborgenheit vermittelt.

Nach der Landung: Die letzten Hürden meistern

Geschafft! Aber die Reise ist noch nicht ganz vorbei. Auch nach der Landung gilt es, geduldig zu bleiben. Die Einreiseformalitäten können dauern, ebenso wie das Warten am Gepäckband. Halte auch für diese Wartezeit einen kleinen Snack oder ein letztes Spiel bereit. Wenn du einen langen Flug hinter dir hast, versuche, dich so schnell wie möglich an den neuen Tagesrhythmus anzupassen, um den Jetlag zu minimieren. Plant für den Ankunftstag keine großen Aktivitäten mehr, sondern kommt entspannt in eurer Unterkunft an.

Fazit: So gelingt der Flug mit Kindern in den Urlaub

Fliegen mit Kindern ist eine Herausforderung, aber eine absolut machbare. Mit guter Planung, dem richtigen Handgepäck und einer positiven Einstellung wird der Flug nicht zum Stressfaktor, sondern zum ersten gemeinsamen Abenteuer. Es ist eine Gelegenheit, die Vorfreude zu teilen und die Weichen für eine unvergessliche Familienzeit zu stellen. So wird die Reise selbst zu einem wertvollen Teil der Erinnerungen und stärkt vielleicht sogar euer liebstes Reisen als Familienritual.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Fliegen mit Kindern

Ab welchem Alter darf ein Baby fliegen?

Die meisten Fluggesellschaften nehmen gesunde Neugeborene bereits ab einem Alter von ein bis zwei Wochen mit. Kinderärzte empfehlen jedoch oft, die ersten vier bis sechs Wochen abzuwarten, bis sich das Immunsystem des Babys etwas stabilisiert hat. Kläre dies im Zweifel immer mit deinem Kinderarzt ab.

Braucht mein Kind einen eigenen Sitzplatz?

Kinder unter zwei Jahren dürfen in der Regel auf dem Schoß eines Erwachsenen reisen (als „Infant on Lap“). Sicherer ist es jedoch, einen eigenen Sitzplatz zu buchen und einen für das Flugzeug zugelassenen Kindersitz oder eine Babyschale zu verwenden. Ab dem zweiten Geburtstag ist ein eigener Sitzplatz für das Kind verpflichtend.

Darf ich einen Kinderwagen mit an Bord nehmen?

Die meisten Airlines erlauben die kostenlose Mitnahme eines zusammenklappbaren Kinderwagens oder Buggys. In der Regel kannst du diesen bis zum Gate mitnehmen, wo er vom Personal entgegengenommen und im Frachtraum verstaut wird. Kleinere Reisebuggys, die den Handgepäckmaßen entsprechen, dürfen manchmal sogar mit in die Kabine.

Was hilft wirklich gegen Ohrenschmerzen beim Fliegen?

Das A und O ist der Druckausgleich während Start und Landung. Aktives Schlucken ist am effektivsten. Gib deinem Kind etwas zu trinken, zu essen, zu lutschen (Lolli) oder zu kauen (Kaugummi für ältere Kinder). Bei Babys helfen Stillen oder das Fläschchen. Auch abschwellende Nasentropfen, etwa eine halbe Stunde vor Start und Landung gegeben, können helfen, die Verbindungen zum Mittelohr freizuhalten.

Wie viel Handgepäck ist für Kinder erlaubt?

Dies variiert je nach Fluggesellschaft und gebuchtem Tarif. Kinder über zwei Jahren haben mit eigenem Sitzplatz meist die gleichen Freigepäckmengen wie Erwachsene. Für Babys unter zwei Jahren, die auf dem Schoß reisen, gibt es oft eine separate Regelung, die meist eine Wickeltasche oder ein zusätzliches Handgepäckstück erlaubt. Informiere dich vorab auf der Webseite deiner Airline.

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